Elsdorf-Westermühlen
1430 Elerstorp, 1470 Elstorp
Elsdorf-Westermühlen liegt zu beiden Seiten der Chaussee Rendsburg Lexfähre und von dieser nach Westen sich erstreckend, 13 km von Rendsburg und 4 km von Hamdorf. Westermühlen liegt 2 km westlich von Elsdorf.
Die verschieden Ortsteile führen die Namen Klint, Westerende, De Bucht, För de Reeg, Luckmoor (luck = hartes Gras), Sandkuhle, Poggensteert und Hohenheide. Ausbauten sind Knoop, Ahlsbek (Ahlsbek lag an der Eider, ist vor einigen Jahren abgebrannt und nicht wieder aufgebaut), Lütt Heck, Howieck, Röhland, Börn, Heisch, Haubarg, Wittenmoor, Hollenbek, Vordamm, Bokel, Salem, Mückenbarg und Kiekut.
Elsdorf (= Dorf am Bache?) liegt an beiden Ufern des Dorfbaches, der jetzt stark eingeengt ist und streckenweise durch Röhren fließt. Um die Wende des vorherigen Jahrhunderts füllte er zeitweilig die ganze Dorfstraße, sein Bett wurde als Fahrweg benutzt. Mitten im Dorf (unweit des Schulhauses) lag der Schüttstall" für verlaufenes Vieh, der erst vor etwa 2 Jahrzehnten abgebrochen wurde. Bis zum Jahre 1878 hielt die Gemeinde einen besonderen Viehschütter, der 45 Thlr. Lohn und freie Gräsung an den Wegen für 2 Kühe erhielt.
Von 1884-86 besaß das Dorf eine sog. Bockmühle, die durch Feuer zerstört wurde. An ihre Stelle trat die Windmühle auf dem Luckmoor, die 1913 im Zwangsverkauf veräußert und abgebrochen ward.
Die Gemeinde zählt 900 Einwohner, wovon auf Westermühlen 208 entfallen. Das Gesamtareal beträgt 2260 ha, darunter 1390 ha Acker, 495 ha Wiesen, 135 ha Weiden und 110 ha Hölzung. Von den Grundbesitzern haben 93 unter 12 ha, 14 von 12-25 ha, 11 zwischen 25 und 50 ha und 16 über 50 ha Land. Vor 100 Jahren hatte Elsdorf 14 Voll-, 4 Halb-, 8 Viertel-, 9 Achtelhufen, 8 Instenstellen, 6 Anbauerstellen, Hegereiterwohnung, Schule und 435 Einwohner.
Westermühlen hatte 2 Halb-, 4 Viertel-, 6 Achtelhufen, 1 Instenselle, 2 Anbauerstellen, Erbpachtswassermühle und 130 Einwohner. Der Boden ist teils lehmig, teils sandig und moorig. Es werden besonders Roggen und Hafer angebaut. Die Milch von 550 Kühen, jährlich 1.340.000 l (1921: 857 tausend Liter) wird verarbeitet in einer Meierei, welche 1882 als Wassermeierei gegründet und 1891 in eine Dampfmeierei verwandelt wurde. Auch wird auch etwas Bienenzucht betrieben.
Die Gemarkung wird durchflossen von dem Ahlsbek und der Mühlenau, welche sich aus dem Dorfbach, dem Rölandsbek und Hollenbek bildet, Die Wiesen sind gut; sie liefern reichliche Erträge und bilden die Grundlage einer blühenden Viehzucht. In Westermühlen ist eine Wassermühle, welche zur Dänenzeit eine Zwangsmühle war. Die Vorfahren des Dichters Theodor Storm haben sie eine Zeitlang besessen. Neben der Wassermühle stand eine Windmühle, die 1868 niederbrannte. Unweit der Brandstelle wieder aufgebaut, wurde sie 1894 zum Abbruch verkauft; das Mühlenwerk wurde, wenn die Wasserkraft nicht ausreichte, anfänglich durch einen Petroleummotor, dann durch einen Dampfkessel getrieben. Jetzt wird der elektrische Strom als Triebkraft benutzt. Die Wassermühle hat als solche ihre Bedeutung verloren, da der Besitzer seine Gerechtsame, das Wasser der Mühlenau bis zum 10. Mai aufzustauen, an die beteiligten Landbesitzer verkauft hat.
Elsdorf hat ein dreiklassige Schule. Das alte Schulhaus ist 1848, das neue 1898 erbaut. Westermühlen hat eine einklassige Schule, 1890 erbaut.
Unmittelbar neben Elsdorf liegt das 439 ha große fiskalische Gehege Osterhamm, bei Westermühlen das 85 ha große Gehege Mittelhamm. Der am Dorfe gelegene Teil des Geheges Osterhamm, Heselhorst genannt, sollte den Bauern bei der Feldaufteilung und Vermessung im Jahre 1801 gegen einen geringen Kanon überlassen werden. Das Geld war knapp, und das Angebot wurde abgelehnt. Der Fiskus ließ das Gebiet mit Eichen aufforsten.
Die Geldknappheit in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts wird gekennzeichnet durch einige Aufzeichnungen:
1836 kostete J. Thode sein Hunsmoor, groß 6 dän. To. ( = etwa 31/2 ha), ganze 38 Schilling."
Im Jahre 1835 wurde hier ein Besitz von 40 To. Land mit Gebäude und Beschlag für 200 Mk. Verkauft. Einige Jahre später wurde eine volle Hufe, 80 ha groß, für 1200 Thlr. Verkauft."